Bamberg – Ein Stillleben?

Es ist schon erstaunlich, findet ihr nicht? Die Stadt Bamberg erlebt einen touristischen Höhenflug. Es fehlt an Betten. Sie hat sich über die vergangenen Jahre einen nationalen Ruf erarbeitet. Nicht nur im Tourismusgewerbe. Ihr Stadtmarketing-Chef ist Kulturmanager des Jahres. Aber ist Bamberg stolz darauf? Ich denke, das darf man zumindest in Teilen anzweifeln. Denn im Stadtrat gilt: Was nicht Hochkultur ist, gehört aus der Innenstadt verbannt. Bambergs CSU-Chef drückt es noch krasser aus: Es handele sich um eine „Event-Unkultur“. Eine interessante Haltung. Da fragt man sich, woher denn der CSU-Chef diese geballte Kompetenz hernimmt, um zum Interpreten des allgemeinen Kulturbegriffes avancieren zu können. Kultur ist, was traditionell und althergebracht immer schon Kultur war, ist der Leitsatz: Klassische Konzerte, Kunst und Malerei und durchaus auch Sport. Letzterer aber nur, weil er nicht in der Innenstadt stattfindet. Alles andere, allen gesellschaftlichen Entwicklungen zum Trotz, ist keine Kultur, sondern ist in die Kategorie „Fress- und Saufveranstaltungen“ zu subsummieren. Jugendlicher Unfug eben. Genauso wie zu lange gastronomische Öffnungszeiten. Auch jugendlicher Unfug.

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